Donnerstag, 25. November 2010

Es ist mal wieder Zeit

Es ist mal wieder Zeit was zu schreiben, hab ich mir gedacht.

Und da es mir so langsam unmöglich wird alles zu erzählen, wird einiges nur kurz gehalten.
Seit dem letzten Eintrag ist jetzt, tatsächlich schon wieder ein Monat vergangen. Wie ich geschrieben habe war ich mit Christian und seinem Chef auf dem Volksfest der Lhomwe, in der Nähe von Mulanje. So viele Menschen hatten wir zuvor in malawi noch nicht auf einem Platz gesehen, es waren an die 10000. Es wurde hauptsächlich getanzt und noch mehr getanzt. Alles traditionelle Tänze. Einziges Problem war, dass es keinen Schatten gab und es ungelogen 45 °C hatte. Aber wir haben es immerhin 6 Stunden dort ausgehalten.
Am Wochenende darauf sind Simon, Christian und ich dann ganz nach Mulanje zu den anderen wwf gefahren.
Wir hatten ein schönes Wochenende und machten am Sonntag eine Tour zum Chirumba Wasserfall.
Frida, Christian und ich ließen uns es nicht nehmen von fast ganz oben ins eiskalte Nass zu springen, wahrscheinlich so an die 8 Meter. Schon ein kurze Weile standen wir oben und überlegten uns wie weit wir den springen müssen um nicht im Wasser auf Fels zu stoßen. Aber alles war ganz unproblematisch mit ordentlich Anlauf. Wie so oft trafen wir auch diesesmal andere Freiwillige, diesmal aus Australien und England, die praktischerweise auch in Blantyre arbeiten und uns dorthin mitnahmen.
Mit der Arbeit bin ich immer noch in den Dörfern unterwegs. Man merkt das die Leute hier richtig was bewegen und die meisten sogar ehrenamtlich. Es macht auch immer noch rießig Spaß die Kinder zu beschäftigen. Und zur Zeit bin ich mit der Aufgabe beschäftigt einen Internetauftritt für unsere Organisation zu basteln. Wenn sie fertig ist gibt’s hier den Link !
Samstagmorgen machten wir uns auf zu einem Schulweihnachtsmarkt, bei 35°C, schon etwas eigentümlich. Hinzu kam noch, dass es eine internationale Privatschule war. Die Folge es waren bis auf ein paar vereinzelte nur Weiße da. Es kam einem für kurze Zeit so vor wie in einer anderen Welt.
In der folgenden Woche, hatte uns unsere Organisation für einen Kulturkurs in Mua eingeladen.
Wir lernten viel über die Kultur der verschiedenen Völker Malawis, wie z.B. die Ngoni, Chewa oder Yao. Die Geschichte Malawis spielte natürlich auch eine Rolle genauso wie die vielen verschiedenen Volkstänze, die wir auch selber tanzen durften/mussten und der vielleicht bekannte „Wule Wankulu“, ein Maskentanz.
Father Busche, ein Kanadier der das Kulturcenter seit über 30 Jahren leitet, erklärte uns auch die Bräuche rund um die verschiedenen Ereignisse, wie Geburt, hochzeit und Tod. Paraoxerweise war genau an diesem Tag jemand im nachbardorf gestorben und wir durften bei einer malawischen Beerdigung dabei sein – beeindruckend.
Nach dieser sehr intressanten, aber auch etwas anstrengenden Woche sind wwf aus Mua, Lilongwe und unser WG, dann noch ins nicht allzu entfernte Cape mac Clear gefahren. Direkt am See war der Campingplatz ein richtiger Glücksgriff. Wir gingen am Samstagmorgen an der gegenüberliegenden Insel schnorcheln und bekamen schon den ersten eindruck von der artenreichen Welt des Malawisees. Es war wieder mal ein richtig schönes Wochenende.

Andere Neuigkeiten gibt’s hier auch. Denn unsere WG hat sich geändert. Astrid hat uns in der Woche vor dem Kulturkurs in Richtung Deutschland verlassen. Es war einfach nicht das richtige für sie, hat sie gesagt. Jetzt sind wir aber nicht zu fünft sondern wieder sechs. Denn Joscha, der eigentlich nach Brasilien wollte ist als Nachzügler noch nach malawi gekommen.

Jetzt höre ich immer wieder die Fragen an mich, ob denn wirklich alles so schön ist, wie ich es in meinen Blogeinträgen immer schreibe. Deswegen dazu mal ein paar Zeilen.
Ja die Arbeit, das Land und die Leute hier sind einfach klasse ! Sicher gibt es auch die andren Seiten, die ich hier bis jetzt noch nicht so erwähnt habe. Es gibt hier überall Müllhalden, da es keine organisierte Müllentsorgung gibt. Meist wird der Müll einfach entsorgt oder verbrannt.
Klar merkt man auch, dass die Menschen hier arm sind. Wenn man aus dem Supermarkt rauskommt, wird man von bettelden Kindern umringt die Geld von einem wollen. Es wurde uns sinvollerweise gesagt ihnen kein Geld zu geben, da sie sonst diesen Weg des bettelns der Schule vorziehen könnten.
Was einem vor drei Monaten noch unwohl vorkam, hat man aber meist auf irgendeine Art und Weiße akzeptiert und lebt damit in diesem Jahr.

So jetzt beginnt hier die Regenzeit so nach und nach. Es kommen schon teilweise heftige Schauer von Himmel, Wassermassen die man so nicht kennt. Doch ist es nach dem Regen kein bisschen kühler als zuvor. Die Felder die die Menschen vor wenigen Wochen bestellt haben fangen an immer grüner zu werden, genauso wie das ganze Land.

Ein neues kulinarisches Erlebnis gibt es auch. Die Maus-am-Stiel hatte Christian auf einer Autofahrt gesehen und gleich mitgebracht. Simon Christian und ich hatten uns ja schon vor 3 Monaten versprochen, dass jeder eine ist. Das gute war sie waren alle schon gekocht und geraeuchert.
Hier einmal eine Beschreibung wie wir an die Sache rangegangen sind.
So wie sie da zu fuenft appetittlich der Groesse nach aufgereiht aufgespiesst waren.
Und wenn man dann schon eine Maus verspeisst, dann auf die malawische Art, also im ganzen.
Der Schwanz der Maus ist grundlegend mild im Geschmack, ein wenig knusprig und nichts wovor man sich fuerchten muesste. Unser zweiter Biss ging ins Hinterteil der Maus, Christian bekam darauf gleich einen Wuergereiz, waehrend Simon und ich weiter konzentriert weiter kauten. Das helle Fleisch der Maus schemeckte sogar richtig gut, ein wenig rauchig und Huehnchen gar nicht so unaehnlich. Der Koerper ist, durch die verschiedenen Organe, ziemlich vielfaeltig in seinem Gusto. Die Organe festerer Konsistenz, besonders Herz und Leber konnte man klar herausschmecken. Nach drei Bissen, nahmen wir uns den Kopf als Hoehepunkt. Der ist am knusprigsten, auch wenn dass wahrscheinlich die Knochen oder auch die Zaehne waren. Das leicht cremige war wohl das Gehirn. Alle drei von uns hatten es also geschafft, eine gesamte Maus ohne Zwischenfaelle gesnackt.
Danach fühlten wir uns schon ein bisschen mehr als Malawier.

Ja und die Haare haben sich jetzt tatsächlich verändert. Rastazöpfe sind draus geworden. Ich weiß noch nicht so ganz ob ich damit zufrieden sein will. Es ist schon sehr ungewohnt und ich glaube am besten ist es sie Sache als lustige Spaßeinheit in diesem Jahr abzuhaken. Das heißt soviel, wie dass sie nicht lange überleben werden. Aber mal schaun Zeit bringt Weile.
Der Bart muss aus Wettgründen noch bis Weihnachten stehen bleiben, dann kommt der auch mal wieder ab. Frida, Simon und ich sind bei der Wette dabei. Christian war dabei, ist aber schon ausgeschieden.

In den nächsten Wochen beginnen die Fortbildungen für Lehrer hier in unsrer Organisation, da bin ich schon ein bisschen gespannt, wie das hier abläuft.

Bilder von alledem gibt’s hoffentlich nächste Woche ...

Soviel hier von mir aus Malawi,
ich hoffe es geht Euch allen gut. Ich melde mich vor Weihnachten bestimmt noch mal !

Euer Manu

3 Kommentare:

  1. Hallo Manuel,
    da hat sich das Warten auf den neuen Eintrag ja gelohnt!!Freue mich schon auf die dazu gehörigen Bilder und wünsche Dir weiter interessante Erlebnisse und neue kulinarische Genüsse der besonderen Art.
    Liebste Grüße
    Mama

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Manuel,
    das freut einen schon, deine Erlebnisse so mitverfolgen zu können. Super, dass es dir so gut geht und dass du anscheinend ganz viel rausholst - und dabei schon wie mir scheint die afrikanische Gelassenheit mitnimmst. Auch wenn die Maus aus hiesiger Sicht schon sehr gewöhnungsbedürftig ist. Bin schon gespannt, wie Du auf Bildern mit Rastazöpfen und Bart aussiehst.
    Aber na klar musst du vor Weihnachten noch was schreiben; und nicht nur einmal! :-)
    Schließlich gieren wir hier nach so erfreulichen Nachrichten aus Malawi.
    Liebe Grüß
    Peter

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Manu,

    ich könnt ewig weiterlesen... Aber so eine "Maus am Stiel" brauch ich glaub ich nicht, bäh.
    Ja, die Wassermassen, die da während der Regenzeit runter kommen, sind schon klasse gell? Ich konnt mir immer gar nicht vorstellen, dass der Regen irgendwann mal wieder aufhört.
    Ich freu mich so arg für dich, dass es dir gefällt. Fenno und ich denken wirklich oft an..., und deine Berichte schüren unser Heimweh bzw Fernweh ganz schön!

    So, und jetzt wart ich auf die "Rastazöpfe-Vollbart"-Bilder, wahrscheinlich bestehst du nur noch aus Haaren, oder???

    Viele liebe Grüße von uns beiden, und pass auf dich auf, ja?!
    Anja

    AntwortenLöschen