Mir geht’s gut wie geht’s euch?
Diesmal erzähle ich euch nicht von meinen Erlebnissen uns Reisen, was zwar auch einiges wäre, sondern von den alltäglichen Dingen die hier den Alltag ausmachen.
Bilder gibt’s dafür von allem.
Hier mal ein paar Sachen die hier in Malawi den Alltag ausmachen.
Gefahren wird in der Stadt eigentlich immer mit dem Minibus. Minibusse sind alte umgebaute Toyota Kleinbusse, in die wenn der Fahrer will bis zu 24 Menschen plus Gepäck reingequetscht werden können. Die Fahrt in Blantyre kostet 50 Malawi Kwacha, umgerechnet 25 Cent. Doch so einfach ist das dann oft nicht, denn Minibusse fahren erst los wenn auch der letzte Platz besetzt ist, was oft zu längeren Wartezeiten führt. Nach 19 Uhr fährt meist kein Minibus mehr, dann muss man auf Taxis umsteigen, doch in der früh um 5:30 Uhr fahren schon wieder die ersten los, was die Rückfahrt am Wochenende aus Blantyre erheblich vergünstigt.
Nun zu Essen und trinken. Eingekauft wird auf dem reichhaltigen Markt, hier gibt’s Mangos die nach Mango und nicht nach Papier schmecken. Je nachdem welche Saison ist, gibt es bestimmte Früchte oder Gemüse im Überfluss. Avocados, Kürbisse, Mais, Limes, Ananas und vieles mehr. Alles andere findet man meist dann in den Supermärtken, wie peoples, shoprite oder metro.
Die Malawier essen meist Nsima mit etwas dazu. Nsima kann man sich vielleicht in etwa so vorstellen wie wenn man das Kartoffelpüreefertigpulver mit Wasser aufkocht und zu festen Klumpen formt. Hier wird das allerdings aus Maismehl gemacht und schmeckt eigentlich neutral. Dazu gibt’s dann entweder Tomatensoße mit Hühnchen, Chinakohl, hart gekochte Eier oder auch Usipa, das sind kleine getrocknete Fische, die aber leider nicht gut schmecken. Am See gibt’s frischen Fisch dazu.
Aber mit dem was es so gibt, kann man sich eigentlich fast alles kochen auf das man so Lust hat, mit der Ausnahme, das Käse nicht wirklich bezahlbar ist.(100 g Gauda, 5 Euro)
Ansonsten kann man sich auf der Straße so allerhand kaufen. Da gibt es zum einen die unzähligen Chipsbräter, die von früh Morgens bis Abend eine Art Bratkartoffeln für ca. 50 MK verkaufen, manchmal auch mit Chicken. Es gibt Mandasis, das sind eine Art Krapfen aus Maismehl, aber ohne Füllung und auch die guten Samoosas, frittierte Teigtaschen, gefüllt mit Kartoffeln oder wenig oder viel Fleisch. Und überall werden an der Straße gegrillte Maiskolben verkauft, auch direkt vor unserem Haus, deshalb gibt’s fast jeden zweiten Tag einen Maiskolben.
Dann gibt es noch zwei Brotarten auf der Straße zu kaufen, die einen genannt Obama, normales Weißbrot, und die anderen genannt Bin Laden, oder Osama, ein gelb gefärbtes Brot. Bei ersten mal als ich das hörte, dachte ich da verarscht mich einer, bis ich mir einen gekauft habe.
Zu Trinken gibt’s an jeder Ecke Coke, Fanta und Sprite für 50 Kwacha, also 25 Cent, was dazu führt dass man viel zu viel davon trinkt. Zu finden ist auch immer überall, süßes alkoholfreies Maisbier genannt Tobwa. Wasser kann man in Blantyre aus der Leitung trinken, auch wenn man dann viel Chlor mittrinkt, zu kaufen gibt’s allerdings auch nur stilles Wasser.
Bier gibt’s eigentlich nur von Carlsberg, dafür alle Sorten. Die Flasche 0,33 l oder 0,5 l für 50 Cent.
Ja und dann gibt’s noch Chibuku, das lokal gebraute Maisbier. Ungefiltert im 1 Liter Tetrapack, variiert die alc.% zwischen 3% und 10%, je nachdem wie lange das Bier in der Sonne steht und gärt. Einmal probiert reicht aber eigentlich.
Feiern gehen kann man entweder in den local Bars, wie sie überall in Malawi zu finden sind, oder in den größeren Städten wie Blantyre und Lilongwe, wo es auch richtige Clubs zum feiern gibt.
Da geht die Feierei dann, genauso wie in Deutschland bis es hell wird.
So und jetzt mal ein Tagesablauf von mir unter der Woche.
Aufgestanden wir je nachdem ob ich einen Lift, also eine Mitfahrgelegenheit habe oder nicht entweder um 6.30 Uhr oder 7.15 Uhr. Meine morgentliche Mitfahrgelegenheit ist ein netter Südafrikaner, der seit 10 Jahren in Malawi lebt. Er setzt mich dann direkt vor der Carlsberg Brauerei ab, von dort muss ich dann noch 10 Minuten laufen. Ansonsten muss ich 2 oder drei Minibusse nehmen um von zu Hause zur Arbeit zu kommen. Aber aus dem Minibus herraus kann man sich dann noch sein zweites Frühstück kaufen. Auf dem Fußweg treffe ich dann immer nette Malawier auf ein nettes Gespräch, was machmal aber auch nervig sein kann.
Im Büro angekommen geht’s ins Büro von Mavuto, welches auch meins ist. Ein freundliches „Muadzuka achimwene“, Wort für Wort übersetzt, „wie bist du aufgestanden mein Bruder“ als Begrüßung. Dann arbeite ich entweder an meinem Laptop an der Website, spiele mit den Kindern im Kindergarten nebenan oder wir fahren zu Projekten in die Dörfer. Wenn wir nicht auf die Dörfer fahren, denn aus denen kommen wir meist nicht vor 18 Uhr zurück, geht’s dann so gegen 15 Uhr Richtung nach Hause. Auf dem Weg wird vielleicht noch etwas eingekauft oder am Markt noch ein bisschen Pool gegen die Malawier gespielt.
Daheim wird dann eigentlich wenig getan, ein bisschen gelesen, Serien auf dem Laptop geschaut oder mit den Affen gespielt. Und dann wird gekocht, meist von mir oder auch von Joscha.
Den Abwasch machen dann andere. Zum Abschluss des Tages schauen wir entweder noch einen Film oder setzten uns noch entspannt auf unsere Terrasse. Wobei die Tage unter der Woche meist nicht allzu lange gehen, man ist einfach müde, weil ja doch fast jeden Tag etwas neues passiert.
Fotos gibts bald ...
Mal schauen wann ich mich wieder melde,
hoffe es geht euch allen gut,
Euer Manu