So da melde ich mich nach langer Zeit mal wieder. Es ist viel passiert und ich kann hier gar nicht alles schreiben, es sind zu viele Eindrücke und Erlebnisse. Aber um euch dennoch ein wenig teilhaben zu lassen hier der Versuch die vergangenen Wochen zu erfassen.
Die Arbeit, so merke ich in den letzten Wochen ist in Malawi, vielleicht auch in Afrika, sehr schwierig. Projekte die ich versuche voranzutreiben kommen oft zum Stillstand oder werden nicht unterstützt von der Partnerorganisation. So ist es zweifelhaft ob ich es noch in meiner verbleibenden Zeit schaffe die Website online zu stellen oder ob ich es meinem Nachfolger/in überlassen muss.
Der Spielplatz ist schon auf dem Weg zum Ziel, er hat zumindest schon ein wenig Farbe bekommen. Allerdings steht das Projekt gerade still, da die dafür vorgesehenen Gelder anderweitig ausgegeben wurden. Ich hoffe das wird noch was.
Die Fahrten in die Dörfer entschädigen dann meist für all das was nicht klappt. Die Freude der Menschen, vor allem der Kinder in den Dörfern über mein kommen ist immer wieder, ja, herzergreifend.
Der Mosambique Urlaub war großartig. Die Reise war wieder mal ein Erlebnis. Wir waren mit dem Zug unterwegs, 12 Stunden und danach noch Busfahrt. Auf Ilha de Mosambique haben wir dann eine Woche verbracht, bevor wir wieder zurück fuhren. Wir haben viele Menschen kennengelernt, Einheimische und auch andere Freiwillige. Auch wenn es nicht immer einfach war, in einem Land das nur Portugiesisch spricht. Aber man kommt mit Händen und Füßen und 10 Wörtern Spanisch, und ein paar Wörtern aus dem Reiseführer schon zurecht.
Den höchsten Berg südlich des Kilimajaro in Afrika haben wir bezwungen. Mount Mulanje, stolze 3002m hoch. Anstrengend wars, das Wochenende. Aber es hatte sich gelohnt, die Aussicht war überragend, bei sonnenklarem Wetter.
Ja die Malaria hat mich hat mich dann doch noch nach 9 Monaten dahingefreckt. Eine Woche im Bett hieß das dann. War aber letztendlich nicht so schlimm.
Und dann sind da die letzten 2 Wochen über die es zu berichten gibt.
Es ist 5 Uhr morgens als ich aufwache, und draußen meine Gastmutter schon Mais stampfen höre. Ich drehe mich noch einmal um, um eine Stunde später aufzustehen. Ich bin im Dorf !
Eine kurze Erklärung: Meine Entsendeorganisation gibt allen Freiwilligen die Möglichkeit für 2 Wochen in ein malawisches Dorf zu gehen. Dort mit einer Familie zusammenzuwohnen, auf dem Feld zu arbeiten und einmal das Dorfleben hautnah mit zuerleben.
So fuhr ich also in ein Dorf namens Memo. Ich hatte gepackt, so sparsam wie möglich. Ich hatte keinerlei Technik dabei, kein I-pod oder elektrischen Rasierer, aber auch kein Buch. Ich wollte in diesen 14 Tagen, das wahre Dorfleben erleben. Ich stand also in der Früh auf, wir aßen zusammen zu Frühstück, dann gings aufs Feld. Wir ernteten Erdnüsse und Mais, wir pflanzten Chinakohl, sammelten Holz und trugen das ganze einen ca. halbstündigen Weg zurück zum Haus, auf dem Kopf, auch ich. Mittag gabs Essen, jeden Tag Nsima (Maisbreiklumpen) mit verschiedenen Beilagen. Am Nachmittag wurden andere kleinere Arbeiten gemacht, wie Erdnüsse schälen oder Maiskörner abpulen, oder auch einfach nur dasitzen. Gegen halb 6 wird es dunkel, im Schein des Feuers wird noch Abendessen gekocht, wieder Nsima mit Beilagen. Man sitzt noch ein wenig zusammen ehe es gegen spätestens 21 Uhr ins Bett, aber ich war auch jeden Abend verdammt müde. Ich hatte das Glück in ein Dorf gekommen zu sein, das mich aufnahm, und ich war mehr als nur ein Gast. Sicherlich gab es Momente in denen ich gerne wieder in Blantyre gewesen wäre, aber diese zwei Wochen sind, so kann ich sagen mein Höhepunkt in meinem Auslandsjahr bis jetzt gewesen. Ich kam auch wieder in den Genuss von Maus am Stiel und kleinen gebratenen Vögeln. Ich spielte Fußball und erkundete mit meinem Gastbruder die Umgebung um das Dorf. Es war schon ergreifend mit wie viel Freude ich bei den Menschen ich empfangen wurde.
Die letzten 4 Tage im Dorf sollten mich der Kultur noch viel näher bringen als erwartet. Der Schwiegersohn meiner Gastoma, war am Donnerstag verstorben und ich hatte das traurige Glück eine Beerdigungszeremonie in Malawi mitzuerleben, und zwar hautnah. Ich war in den vergangenen eineinhalb Wochen so sehr in der Familie eingebunden, dass es mir schon einige Male Tränen in die Augen trieb und mir die ein oder andere Träne die Wange herunterlief. Die gesamte Zeremonie war ergreifend. In diesen vier Tagen war ich endgültig im Dorf angekommen.
Ich habe auch viel gelernt und viele Vorurteile, die wir so haben wurden meist schlagkräftig entkräftigt. Dann habe ich Memo nach 14 Tage wieder verlassen, mit dem Versprechen auf jeden Fall noch einmal wiederzukommen. Der Abschied fiel mir schon schwer, die Menschen waren mir ans Herz gewachsen.
Es sind nun nur noch 10 Wochen für mich in Malawi, beziehungsweise in Afrika. Ich werde also versuchen meine Projekte noch fertigzustellen, und noch möglichst viel aufzusaugen in diesem so spannendenden Land bzw. Koninent. Demnächst werde mit Leuten aus meiner WG noch mal losziehen, um die verbleibenden Urlaubstage aufzubrauchen. Es geht nach Sambia zu den Victoriafalls und nach Tansania mit Endziel Zansibar. Im Juli kommen dann noch meine Eltern zu Besuch. Und dann steht schon unser Endseminar bevor, wo das Jahr noch einmal aufgearbeitet werden soll.
Ich melde mich davor noch einmal, versprochen dann gibt’s auch wieder ein paar Bilder. Ist zur Zeit wegen des langsamen Internets leider nicht möglich.
Hoffe es ist alles gut in good old Germany, und überall wo dieser Blog gelesen wird.
Machts gut bis dahin,
Manu
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