Donnerstag, 18. August 2011

Leaving home for coming home

So nun melde ich mich ein letztes mal, 350 Tage Malawi – Afrika gehen zu Ende.

Meine Geburtstagsfeier war grandios, viele Freunde und Freiwillige kamen um zu feiern. Zur Feier des Tages schlachteten Christian, Joscha und ich auch gleich noch 3 Hühner, das erste Mal :). Da es das letzte Wochenende war, an dem alle aus unserer WG da waren, war es auch unsere Abschiedsparty. Es war einfach wunderbar, auch wenn ein wenig Abschiedsstimmung in der Luft lag, ein ganz besonderer Geburtstag.

Die Woche drauf kamen meine Eltern. Wir machten eine Südmalawitour, es war schön ihnen zu zeigen wo ich in diesem Jahr so war, wo ich gearbeitet habe und einige Besonderheiten mit ihnen zu erleben.

Und nun zu etwas anderem. Wie ihr vielleicht bemerkt habt, habe ich mich in diesem Blog noch in keinster Weise politisch geäußert, weil dies uns Freiwilligen im Bezug auf das Partnerland nicht erlaubt ist. Jedoch passiert hier im Land gerade so einiges, sodass ich trotzdem etwas schreiben möchte. Dem Land geht es zunehmend immer schlechter, es kann kein Diesel gekauft werden weil kein Dollar ins Land kommt, die Landeswährung verliert zunehmend an Wert. Da kein Dollar vorhanden ist, leiden auch die Unternehmen. Der Staat hat kein Geld um Gehälter zu bezahlen, also für Lehrer, Krankenhäuser, Polizisten oder das Militär. Auf Grund dieses Umstandes gab es am 20 Juli, landesweite Demonstrationen, auch gewaltsam. Es starben über 20 Menschen. Die Menschen hier werden immer unzufriedener mit der Situation, auch weil Pressefreiheit und Menschenrechte eingeschränkt werden. Eine für letzten Mittwoch angesetzte Demo wurde in letzter Sekunde abgesagt, hoffentlich aufgrund von angekündigten Gesprächen von NGOs, Regierung und Opposition, es blieb weitgehend ruhig. Ich bin wirklich gespannt wie sich die Situation hier weiter entwickelt.

Vor zwei Wochen haben sich noch mal alle Freiwilligen fürs Endseminar getroffen um neben dem Seminar sich am Strand auszutauschen, Spaß zu haben und über die Zukunft zu reden. Es war schon ein seltsames Gefühl für mich zu wissen, dass ich die meisten der Freiwilligen jetzt wohl nicht mehr sehe. Ich freu mich schon sehr auf meine Ankunft und das Leben in Deutschland, aber hier wegzugehen scheint auch gleichzeitig fremd. Zu viele Dinge habe ich hier kennen und lieben gelernt. An meinem letzten Arbeitstag, habe ich dann noch eine kleine Farewellparty veranstaltet. Der ganze Staff war eingeladen. Auch wenn in diesem Jahr nicht immer alles geklappt hat, habe ich doch einige in mein Herz geschlossen. Nachdem ich mich bei allen bedankt hatte, gabs für mich tatsächlich noch Abschiedsgeschenke. Es war nicht leicht zu gehen.


Aber Abschiede gehören wohl immer mit dazu und wenn ich auf das Jahr zurückblicke, dann kann ich sagen, es hat sich für mich gelohnt und ich kann nun mit diesen Erfahrungen in Deutschland weiterleben und auch daraus etwas für mich und mein Leben ziehen. Am Ende verabschiede ich mich ja doch „nur“ von Orten und Menschen - dass Jahr, die Erinnerungen, Erfahrungen und Erlebnisse bleiben ja…

Wenn ihr beim Blog lesen Lust bekommen habt zu helfen, kann ich euch ans Herz legen der Jacaranda School zu spenden, an der ich auch immer wieder geholfen habe.

Hier der Link: http://www.jacarandafoundation.org/About.html

Jetzt ist das fast alles was ich noch mache, ein letztes mal. Das letzte mal Minibus fahren, Nsima essen oder eben den letzten Blogeintrag schreiben.

Gerade sitze ich vor unserem Weltwärtshaus, wo wir unseren letzten Tage verbringen. Genau am gleichen Ort habe ich vor mehr als 11 Monaten meinen ersten Blogartikel in aus Malawi geschrieben. Und nun wahrscheinlich meinen letzten in Malawi. So schließt sich also der Kreis…

Ich hoffe, euch hat mein Blog gefallen und ihr hattet Spaß beim lesen. Ich bin gespannt wie es sein wird all die Freunde und Bekannten wieder zu sehen!
Nürnberg…ich komme!!

Liebe Grüße

Manu

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